Chancen geben
Adveniat-Projekte für Jugendliche
Kindheit und Jugend enden in Lateinamerika häufig viel zu früh: Jugendliche müssen für das Überleben ihrer Familie arbeiten. Dabei träumen sie von einer guten Zukunft. Sie wollen zur Schule gehen, studieren und Verantwortung übernehmen – in Kirche und Gesellschaft. Mit seinen Jugendprojekten lenkt Adveniat die Aufmerksamkeit auf die Situation der benachteiligten jungem Menschen in Lateinamerika und der Karibik.
Viele Jugendliche werden arm geboren und bleiben ihr Leben lang benachteiligt. Der steigende Wohlstand in vielen Ländern Lateinamerikas kommt nur wenigen von ihnen zugute. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander. Unter der Verteilungsungerechtigkeit leiden vor allem Jugendliche mit afrikanischen Wurzeln und indigene Jugendliche sowie junge Frauen. Die meisten von ihnen erleben weder eine behütete noch eine unbeschwerte Jugend: Viel zu früh müssen sie bereits für das Überleben ihrer Familien arbeiten.
Dabei ist in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verankert, dass Kinder und Jugendliche vor Gewaltanwendung und Verwahrlosung sowie vor wirtschaftlicher Ausbeutung und sexuellem Missbrauch geschützt werden müssen. Die Realität von Jugendlichen sieht in Lateinamerika oft aber anders aus: Ein Großteil der Jugendlichen hat keinen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen schulischen oder beruflichen Ausbildung. Viele arbeiten ohne Vertrag, Krankenversicherung oder Alterssicherung im informellen Sektor. Sie hungern, werden Opfer krimineller Banden oder begeben sich auf eine der lebensgefährlichen Fluchtrouten in den reichen Norden.
In Jugendzentren, mit Aus- und Weiterbildungsprogrammen sowie Stipendien für den Berufseinstieg unterstützt Adveniat mit seinen Partnerorganisationen die Jugend in Lateinamerika und der Karibik dabei, Zukunftsperspektiven für sich und ihre Umgebung zu entwickeln.

Im Centro Afro fühlt Edwin Narváez sich sicher. Foto: Adveniat/ Mareille Landau
Jugendzentren als sichere Orte inmitten der Gewalt
Die kolumbianische Stadt Tumaco wird von der Gewalt durch Guerillas und kriminelle Banden bestimmt. Drogenhandel, Raubüberfälle und Morde prägen das Leben der Jugend. Die meisten beenden nicht die Schule, sondern schließen sich mangels Alternativen früh den bewaffneten Gruppen an.
In diesem Umfeld bietet das von Adveniat geförderte Jugendzentrum „Centro Afro“ eine Oase, einen wichtigen Schutzraum. Hier können Jugendliche wie Edwin Narváez Selbstvertrauen entwickeln, sich weiterbilden und in Frieden leben. Das Jugendzentrum ist die ganze Woche über geöffnet und bietet eine Bibliothek, Kunst- und Freizeitangebote sowie Gesprächskreise an. Mit Erfolg. Viele Jugendliche aus dem Zentrum schließen sich nicht bewaffneten Gruppen an. Stattdessen arbeiten sie auf eine Berufsausbildung hin oder studieren sogar – zum Beispiel Soziale Arbeit, um anderen Jugendlichen im Viertel den Weg in eine gute Zukunft zu zeigen.
Ausbildungsstätten und Stipendien für Arbeitsperspektiven
In den ländlichen Regionen von El Salvador fehlen Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Die Erträge aus der Landwirtschaft reichen gerade so zum Überleben. Viele Jugendliche schließen sich deshalb kriminellen Jugendbanden an oder wandern in die USA aus, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektiven sehen.
Adveniat fördert zum einen Stipendien, durch die auch Jugendliche aus ärmeren Familien die Schule abschließen können. Mit dem Stipendium können sie die monatlichen Gebühren, Fahrt- und Materialkosten decken und bekommen in Workshops zusätzlich Informationen über Motivation, Marketing sowie Stress- und Konfliktbewältigung.
Zum anderen finanziert Adveniat Kurse, in denen Jugendliche lernen können, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen. Hier bekommen sie eine Einführung in Marketing, Buchhaltung, Fairtrade und Management. Am Ende des Kurses präsentieren sie ihre Geschäftsidee – zum Beispiel einen Imbiss aufzubauen oder als Imker Honig zu produzieren – vor einer Jury. Die besten Geschäftsideen werden mit einer Anschubfinanzierung unterstützt. So können die Jugendlichen bei ihren Familien bleiben und in ihrer Heimat eine neue Gesellschaft mitgestalten.

Zwei junge Frauen haben mit Unterstützung von Adveniat ein kleines Restaurant gegründet.

Die Psychologin Silma Sandoval hilft den Jugendlichen, Armut und Gewalt zu entkommen.

Eine junge Frau stellt ihre Produktidee vor, um eine Anschubfinanzierung zu bekommen.
In Jugendgruppen die Ärmsten unterstützen und Selbstwirksamkeit erleben
Kein fließendes Wasser, keine Kanalisation, keine Schule. In dieser Wirklichkeit leben die Jugendlichen an den steilen Hängen der Sandwüste von Chorillos am Rand der peruanischen Hauptstadt Lima.
In der „Casa de los Talentos“ (dt. „Haus der Talente“) können Jugendliche ihre Freizeit sinnvoll gestalten und ihre Talente weiterentwickeln. Unterstützt von Adveniat bessern die Jugendlichen Häuser und Hütten der ärmsten Familien aus, verteilen Essenskörbe an Bedürftige oder helfen bei der Hausarbeit. So verbessern die Jugendlichen die Verhältnisse in ihrem Viertel.
„Mir ist bewusst, dass wir Jugendlichen nicht die ganze Welt verändern können. Aber wir können die Welt einer einzelnen Person verändern.“


