Kolumbien: Hilfe zur Selbsthilfe
für arme Familien in Kolumbien

Acht Jahre alt ist Juan José. Kleiner als die meisten seines Alters scheint er, zerbrechlicher. Er strahlt jedoch über das ganze Gesicht. Das war nicht immer so: Der mehrfach behinderte Junge aus Kolumbiens Südwesten hat lange gebraucht, um sein Leben genießen zu können. Dank der Schwestern von COPPAS gelingt ihm das nun immer besser.

Ein kleiner Junge sitzt an einem Tisch mit leerem Geschirr und schaut zu einer älteren Frau neben ihm auf. Die Frau stützt ihren Arm sanft auf seinen Stuhl und verwickelt ihn in ein Gespräch. Hinter dem Jungen ist eine Gehhilfe zu sehen.

COPPAS steht für „Comités Parroquiales de Pastoral Social“ – dahinter jedoch steht viel mehr: Die Sozialpastoral im Südwesten Kolumbiens umfasst einen Bereich, der dreimal so groß wie die Schweiz ist. In dem ländlichen Gebiet gibt es bei den Gemeindebewohnern viel Leid. Angela Maria hat beispielsweise das West-Syndrom. Schwerbehindert bleiben ihr in der Gesellschaft kaum Chancen. Die Seniorin Luz Angelica Guevara kämpft mit ähnlichen Schwierigkeiten: Als alte Frau ist es ihr kaum möglich für sie, Anschluss an die Gemeinde zu finden. Zu schwer sind die Wege, zu müde ihre Knochen. Was jedoch wie viele Einzelfälle erscheint, spiegelt in dieser Region Kolumbiens den Alltag wider: Menschen am Rande der Gesellschaft haben es schwer, zu ihr zurückzufinden.

Eine ältere Frau mit kurzen braunen Haaren und einer blauen Jacke steht vor einer Backsteinmauer und blickt mit sanfter Miene in die Kamera.„Oft wollen die Ärzte keine teure Behandlung verschreiben. Das System ist fürchterlich und absolut ungerecht.“

Ordensschwester Pilar Cumba, Leiterin des Gesundheits-Teams in Pasto

Dem wollen die Schwestern von COPPAS entgegenwirken: Nach jahrelanger Anleitung von Theologe und Adveniat-Mitarbeiter Thomas Jung haben sich Gemeindemitglieder dazu entschlossen, zusammenzukommen zu Weiterbildungen. Ob es Menschliche Beziehungen, Gruppenprozesse, Bibelarbeit oder politische Analysen sind, am Ende ihrer Ausbildung sind die diözesanen COPPA-Mitarbeiter bereit dazu, ihren Glauben am Menschen zu leben. In den verschiedenen Orten der Diözese tun sich die „COPPAS“ zusammen, um auf die Nöte und Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Sie besuchen Juan José und seine Familie, gehen zu Angela Maria, helfen Luz Angelica Guevara dabei, Teil der Gemeinschaft zu bleiben. Das Motto „Sehen – Urteilen – Handeln“ steht dabei ganz im Mittelpunkt ihrer Aufgabe. Bei dieser Mission unterstützt sie Adveniat schon seit Jahren.

Zwei Frauen sitzen neben einer in eine Decke gehüllten älteren Frau, halten ihre Hände und trösten sie in einem warm beleuchteten Raum. Die ältere Frau hat graues Haar und schaut zu ihnen hin.

Margarita Martinez (links) und Gloria Viuda Hidalgo(Mitte, COPPAS-Gruppe der Gemeinde “Señora de la Paz“) zu Hausbesuch bei Luz Angelica Guevara (rechts)

Zwei Frauen knien in einem üppigen grünen Feld und inspizieren oder ernten Pflanzen. Eine Frau trägt ein grünes Kapuzenoberteil und ein gelbes Hemd, die andere hat dunkles Haar, ein schwarzes Hemd und Jeans. Das Sonnenlicht erhellt die Szene.

Mitglieder der COPPAS-Gruppe des Municipio Tambo bei der gemeinsamen Feldarbeit.

Eine junge Frau lächelt und hält die Hand eines älteren Mannes, der auf einer Couch sitzt, während drei weitere ältere Menschen in der Nähe sitzen, die alle in einem hell erleuchteten Raum fröhlich wirken.

Schwester Virginia Henao (rechts, Orden Sagrado Corazon) zu Besuch bei Angela Pantoja und ihrer schwerbehinderten Tochter Angela Maria.(West-Syndrom)

„Die Erfahrungen aus der zehnjährigen COPPAS-Arbeit zielen letztlich darauf ab, dass Kirche kein Selbstzweck ist und dass es einzig um das Reich Gottes geht. Die Kirche kann uns auf diesen Weg bringen, aber es wird davon abhängen, ob unsere nahen und fernen Nachbarinnen und Nachbarn Leben können – und das mit Würde“, sagt Thomas Jung über das Projekt.

Adveniat hilft vielen weiteren beherzten Ehrenamtlichen

wie denen der Initiative „COPPAS“ dabei, durch Weiterbildungen für die Menschen vor Ort da zu sein. Unterstützen Sie diese Arbeit mit Ihrer Spende!

Für weitere Informationen, wie Sie die Armen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:

Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
Telefon 0201 1756-209
E-Mail: carmen.martinez@adveniat.de