Guatemala: Mensch
und Umwelt schützen

Als Bischof Bernabé Sagastume Lemus 2007 sein Amt in der Diözese Santa Rosa de Lima antrat, kannte er in der Region kaum etwas außer den Stränden. Von den geplanten Silberminen ausländischer Unternehmen ahnte er bei seinem Amtsantritt nichts. Auch wusste er nicht, dass Minenbauer und Regierung die Bevölkerung bei ihren Planungen gesetzeswidrig außen vor ließen.

Vier Männer, die Schutzwesten, Schutzhelme und Schutzbrillen tragen, gehen und unterhalten sich auf einer Industriebaustelle, wobei im Hintergrund Geräte und Gebäude zu sehen sind.

Bischof Bernabé Sagastume beim Besuch der Mine „El Escobal“. Fotos: Adveniat/Pohl

Schnell jedoch musste der Bischof sich mit der Materie vertraut machen: nach Ende des Bürgerkrieges 1996 und neuen Bergbauverträgen 1997 ‘regnete’ es förmlich Lizenzen für Bergbauunternehmen wie „Tahoe Resources Inc.“ in der Diözese Santa Rosa. Mit ihnen kamen Umweltzerstörung, Vertreibung der Bevölkerung und soziale Probleme. Was den Fall so problematisch macht: Laut kommunalem Recht und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, hätte das kanadische Unternehmen „Tahoe Resources“ im Vorfeld ihrer Bergbau-Testbohrungen die indigene Bevölkerung konsultieren müssen. So haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Diözese Santa Rosa nun mit den schweren Folgen von Umweltzerstörung und Vertreibung zu kämpfen. Und das, obwohl sich 95 Prozent von ihnen gegen den Silberabbau ausgesprochen hatten.

Für Bischof Sagastume und die Gemeinde stand fast: es besteht Handlungsbedarf. Aus regelmäßigen Treffen entstand im Jahre 2011 deshalb die „Comisión Diocesana de Defensa de la Naturaleza“ (CODIDENA), auf deutsch die „Kommission für den Erhalt der Natur“. Deren Vorsitzender Bischof Sagastume setzt sich für die Rechte der Menschen und der Natur ein. So ist er seit Jahren schon in der Öffentlichkeit unterwegs, sensibilisiert die Menschen für das Thema. Auch Gruppen zur Aufarbeitung von Umweltfragen organisiert CODIDENA, genauso wie Fortbildungen des Klerus zum Thema. Adveniat fördert das Projekt seit 2016, um es bei seiner Erhaltung und der Umsetzung neuer Pläne zu unterstützen. 2018 wurde das Projekt auf sechs Gemeinden ausgeweitet. Mehr als 100.000 Menschen profitieren von der Initiative.

Eine Gruppe von Menschen steht in einer Reihe, hält sich an den Händen, hebt sie in die Luft und lächelt während einer Versammlung im Freien. Einige sitzen auf weißen Plastikstühlen, andere stehen, um Einigkeit und Freude zu zeigen.

Minengegner bei einer Protestveranstaltung.

Ein Mann, der eine Brille und einen klerikalen Kragen trägt, steht in einem Haus und lächelt sanft in die Kamera. Der Hintergrund ist leicht verschwommen, was auf eine Kirche oder eine ähnliche Umgebung hindeutet.

Monseñor Bernabé Sagastume.

Ein Wassertankwagen mit der Aufschrift AGUA ist auf einem Feldweg in der Nähe eines Baches geparkt. Eine Person füllt den Lkw mit einem Schlauch mit Wasser, während im Hintergrund Industriesilos und Gebäude zu sehen sind.

Die Mine „El Escobal“.

Für Bischof Sagastume ist die Initiative ein Herzensanliegen: „Wir wollten die Menschen sensibilisieren für die Risiken, die ein solches Großprojekt für die Natur und für die Gesundheit der Menschen birgt“, sagt er. „Und wir wollten den Menschen bewusst machen, welche Rechte sie haben und dass sie auch protestieren dürfen.“ Um in den vielen Gemeinden die Arbeit CODIDAS auch durchführen zu können, ist das Team um den Bischof jedoch auf Hilfe angewiesen. Wie ihm geht es vielen weiteren Projektpartnern Adveniats:

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Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
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