Schauspielerin Friederike Becht
Im Einsatz für das Amazonasgebiet

Schauspielerin Friederike Becht, die in dem ZDF-Film „Plötzlich so still“ oder der Serie „Parfum“ in Hauptrollen zu sehen war, setzt sich gemeinsam mit dem Amazonas-Netzwerk Repam und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat dafür ein, dem Amazonas eine Stimme zu geben.

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„Die Zerstörung der Lebenswelt der Völker dort geht auch uns etwas an“, ist Friederike Becht überzeugt. „Denn die Indigenen sind die wahren Umweltschützer, sie schützen mit ihrer Art zu leben den Amazonasraum, die Lunge unseres Planeten.“ Die bekannte Schauspielerin setzt sich gemeinsam mit dem Amazonas-Netzwerk Repam und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat dafür ein, dem Amazonas eine Stimme zu geben. In der Sendung „So gesehen – Talk am Sonntag on Tour“ hat sie von ihrem Engagement für die bedrohten Völker berichtet, die im Amazonasgebiet in Ecuador leben.

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Wasser, das Ufer, Bäume, darüber der Himmel. Stundenlang führt die Reise den Río Napo flussabwärts Richtung peruanische Grenze. Seit sechs Stunden bereits sitzt die deutsche Schauspielerin Friederike Becht in dem langen, schmalen Boot, gemeinsam mit rund 50 anderen Reisenden, eng auf zwei Holzbänken nebeneinander.

Am Ufer leuchten immer wieder Flammen aus Gasfackeln auf, die als lange Rohre aus dem Grün des Urwalds herausragen. Hier, an der Grenze zum Yasuní-Nationalpark im Nordosten Ecuadors, werden seit 2016 immer mehr Bohrlöcher in den Urwaldboden getrieben – die Vorkommen werden auf rund 800 Millionen Barrel Rohöl geschätzt. Immer weiter dringt die staatliche Erdölfirma Petroamazonas in den Regenwald vor, baut Straßen und verlegt die Rohre der Pipelines – auf Land, das eigentlich den Indigenen gehört.

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Eine Frau mit einem roten Rucksack und einer Schwimmweste steht auf einem Steg in der Nähe eines Flusses, während mehrere Personen mit Schwimmwesten ein kleines blaues Boot besteigen. Im Hintergrund sind eine Brücke und Bäume zu sehen.

Friederike Becht besteigt das Boot am Río Napo.

Ein langes, grünes Boot fährt unter bewölktem Himmel einen breiten, schlammigen Fluss entlang, im Hintergrund ist eine bewaldete Uferlinie zu sehen.

Zwölf Stunden dauert die Fahrt auf dem engen Boot.

Menschen sitzen eng beieinander auf einem überfüllten Boot. Eine Frau hält eine Wasserflasche in der Hand und unterhält sich mit einem jungen Mädchen in einem rosa Hemd. Um sie herum sitzen andere Passagiere mit Taschen und Habseligkeiten, die auf einem Fluss unterwegs sind.

Friederike Becht spricht mit den Menschen und hört ihnen zu.

Friederike Becht hört aufmerksam zu, während ihr Menschen auf dem Boot berichten, dass es nahezu unmöglich sei, ihre Rechte auf ihr angestammtes Land durchzusetzen. „Die Regierung interessiert das nicht“, sagt Hernán Monteros, Rechtsanwalt in der Regionalhauptstadt Coca. „Mit den Dörfern wurden Verträge geschlossen, ohne dass sie Rechtsbeistand hatten. Sie erhielten einen Fußballplatz, und die Millionengewinne aus der Erdölförderung stecken sich andere ein.“

Am späten Nachmittag kommt das Boot in Alta Florencia an, wo Indigene aus dem Volk der Kichwa ein alternatives Tourismusprojekt aufbaut haben. Die kleine Lodge „Sacha Ñampi“ bietet Platz für zehn Personen. Daisy Alvarado, die Chefin des Dorfes, hat mit ihrer Kochkunst schon nationale Preise gewonnen, auch weil sie ausschließlich lokale Zutaten verwendet. Mit ihrem Mann Fernando bewirtschaftet sie kleine Felder im Regenwald und sorgt, gemeinsam mit anderen Familien aus dem Dorf, in einer Baumschule für Setzlinge: „Die Ölförderung und auch der illegale Holzabbau zerstören immer mehr Bäume, wir wollen dafür sorgen, dass hier auch in Zukunft Bäume wachsen.“

Eine Frau mit Kochmütze und Schürze bereitet in einer rustikalen Küche Fisch zu. Sie steht an einem Tresen mit einem großen Fisch in der Spüle und Utensilien, die an der Holzwand hängen. Durch die vergitterten Fenster strömt natürliches Licht herein.

Daisy, die Chefin des Dorfes, hat mir ihrer Kochkunst schon Preise gewonnen.

Hütten mit Strohdach, umgeben von üppigem Grün und Bäumen. Zwei Personen gehen auf einem Holzpfad auf der offenen Grasfläche zwischen den Hütten. Die Szene wirkt tropisch und ländlich.

Die kleine Lodge „Sacha Ñampi“.

Eine Frau mit lockigem Haar in einem ärmellosen Kleid steht auf einem Hügel und blickt auf eine üppige grüne Landschaft mit Bäumen, einer Straße und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Friederike Becht blickt mit Faszination und Sorge auf den Regenwald.

Gemeinsam mit Friederike Becht fahren die beiden in ihrem schmalen Kanu zum nächsten Dorf, in dem ihr Vetter Delfin Alvarado wohnt. Er baut Kakao an, sorgt sich jedoch um seine Zukunft. „Mein Vater musste noch als Quasi-Sklave für die Großgrundbesitzer arbeiten. Dann sorgten die Kapuzinermissionare dafür, dass die Schuldknechtschaft abgeschafft wurde. Ich dachte, die Zeiten der Abhängigkeit wären vorbei, aber jetzt knebeln uns die Erdölfirmen.“ Während Friederike Becht das weiße Fruchtfleisch der Kakaofrüchte probiert, berichtet Delfin, dass er sich um die Ernte sorge, weil inzwischen auch das Grundwasser durch die Ölförderung verseucht sei. „Als Öko-Kakao wird meine Ernte bald nicht mehr durchgehen, dann sinkt mein Verdienst um mehr als die Hälfte.“ Der Ruß aus den Gasfackeln lege sich auf alles und die Kinder hätten ständig Husten.

Eine Frau und ein Mann stehen vor großen grünen Bananenblättern. Der Mann, der ein rotes Hemd und eine blaue Mütze trägt, bietet der Frau eine halbierte Kakaoschote an. Die Frau lächelt und nimmt einige Kakaobohnen.

Kakaobauer Delfin Alvarado erklärt der Schauspielerin die Pflanzenzucht.

Eine Frau in einem grauen Tank-Top lächelt, während sie sich mit einem Mann in einem roten Hemd und einer blauen Mütze unterhält, der mit seinen Händen gestikuliert. Sie stehen vor einem rustikalen Holzgebäude in einer ländlichen Umgebung.

Die Ölförderung verseucht das Grundwasser und bedroht die Kleinbauern.

Eine Frau in einem grauen Tank-Top hält eine Handvoll roher Kakaobohnen in der Hand und riecht daran, während das grüne Laub im Hintergrund verschwimmt.

Die fermentierten Kakaobohnen haben ein ausgeprägtes Aroma.

Rund 15 Jahre, so haben Expertinnen und Experten errechnet, wird es dauern, die Erdölvorkommen auszubeuten – es sei denn, auch im eigentlich geschützten Nationalpark werden die Bohrlöcher weiter nach Süden getrieben. In dieser Zeit werde die Lebensgrundlage der Indigenen am Río Napo mehr und mehr zerstört. Dagegen regt sich Widerstand, auch seitens der Kirche. In Ecuadors Hauptstadt Quito sitzt die Zentrale des panamazonischen kirchlichen Netzwerkes Repam. Das Netzwerk hat vor kurzem in Berlin und Brüssel den ersten umfassenden Bericht zur Lage der indigenen Völker im Amazonasraum vorgestellt. Mit dabei: Friederike Becht. Die bekannte Schauspielerin, die in der im November anlaufenden Serie „Parfum“ eine der Hauptrollen spielt, setzt sich gemeinsam mit dem Amazonas-Netzwerk Repam und dem deutschen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat dafür ein, dem Amazonas eine Stimme zu geben:

„Die Zerstörung der Lebenswelt der Völker dort geht auch uns etwas an“, sagt die Schauspielerin. „Denn die Indigenen sind die wahren Umweltschützer, sie schützen mit ihrer Art zu leben den Amazonasraum, die Lunge unseres Planeten.“

Fotos: Martin Steffen/Adveniat