Schauspielerin Friederike Becht
besucht Adveniat-Projekt in Uruguay

Die Adveniat-Botschafterin Friederike Becht hat ein Schulprojekt in Uruguays Hauptstadt Montevideo besucht. Gemeinsam mit dem Lateinamerika-Hilfswerk setzt sich die Schauspielerin für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik ein, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. In Uruguay herrschte zu dieser Zeit Wassernotstand.

Mittlerweile hat sich die Lage in Uruguay ins Gegenteil verkehrt: Nach der monatelangen Dürre hatte der Norden des Landes Ende Oktober 2023 mit Hochwasser zu kämpfen. Aufgrund anhaltender Regenfälle stieg der Pegel des Flusses Uruguay stark an, dass er über die Ufer trat. Mehrere tausend Menschen mussten evakuiert werden. So trifft das Klimaphänomen „El Niño“ Uruguay in diesem Jahr mit ganzer Härte.

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In den sieben Schulen des Adveniat-Projektpartners Fundación Sophia werden 5.500 Schülerinnen und Schüler von klein auf für den Umweltschutz sensibilisiert. Adveniat unterstützt dieses Umweltbildungs-Projekt bereits seit 2021.

Ab ins Gemüsebeet: Bei ihrem Besuch pflanzte die Schauspielerin gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Schulgarten Gemüse, das später geerntet und gemeinsam gegessen wird. Der Bio-Dünger kommt aus dem schuleigenen Kompost. Gegossen wird momentan jedoch nur selten und nicht mit Leitungswasser, denn die Menschen in der Hauptstadt Montevideo plagt im Sommer 2023 die schlimmste Dürre seit mehr als 70 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler der Fundación Sophia erklärten der Schauspielerin, welche Probleme dadurch entstehen: Die Trinkwasservorräte in dem südamerikanischen Land, das 2004 als erstes weltweit das Recht auf sauberes Trinkwasser in der Verfassung verankerte, gehen zuneige. Da es in Uruguay seit Monaten nicht geregnet hat, sind alle Stauseen fast leer. Die Wasservorräte werden mit salzhaltigem Brackwasser gestreckt. So versalzt das Wasser aus dem Hahn immer mehr und ist mittlerweile nicht mehr trinkbar. Mittlerweile gelten 60 Prozent der Landesbevölkerung als betroffen, von denen sich viele den Kauf von Trinkwasser in Flaschen nicht leisten können. „Früher hatte Uruguay das beste Wasser und nun geht uns das Wasser aus.“, berichtet die Schülerin Juana und bringt es auf den Punkt: „Ohne Wasser können wir nicht leben“.

Lösungen für Umweltprobleme von klein auf kennenlernen

Vom Setzling bis zum leckeren Ergebnis auf den Tellern in der Schulkantine lässt sich der ganze Lebenszyklus der Pflanzen im Schulgarten verfolgen. Um den Klimawandel einzudämmen, müssen geschlossene Naturkreisläufe geschaffen werden. Um zu wissen wie das funktioniert, lädt der außerschulische Lernort die Schülerinnen und Schüler einerseits zum Entdecken und Beobachten ein. Gleichzeitig macht das Projekt auch ökologische Zusammenhänge erfahrbar. Die jungen Gärtnerinnen und Gärtner erlernen einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und was aus ihrem Handeln für die Zukunft „erwächst“.

Die Schulen der Fundación Sophia sind ein Vorzeige-Beispiel dafür, wie Umweltbildung schon für die Jüngsten in der Gesellschaft gelingen kann. Das Besondere dabei: Die Schulen erreichen Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichsten sozialen Schichten –insbesondere Kinder, die in armen Familien aufwachsen, denn sie erhalten einen Schulplatz und können so von den wertvollen pädagogischen Ansätzen profitieren.

Klimafreundliche Schulküche

Der Biomüll, der in der Schulkantine entsteht oder den die Kinder von zu Hause mitbringen, wird in der Schule zu Biogas umgewandelt. Täglich wird damit in der Schulküche gekocht. Heute wird die neue Biogasanlage eingeweiht und für alle Kinder gibt es frisch gekochten Kakao. „Ich bin sehr dankbar, dass ich sehen durfte, wie die Schüler hier aus Müll Biogas machen und dann damit kochen. So lernen die Kinder, mit den Ressourcen dieser Welt direkt umzugehen.“, berichtet Friederike Becht begeistert. „Das sollte ich auch in der Schule meines Sohns in Deutschland vorschlagen.“

Friederike Becht pflanzt mit den jüngsten Schülerinnen und Schülern Gemüse im Schulgarten. Fotos: Adveniat/Fernández

Gesundes, klimafreundliches Essen und weniger Müll: Der schuleigene Kompost wird von den Kindern und Jugendlichen selbst gepflegt.

Fragestunde vor der Schule, „wie kam Friederike Becht auf die Idee nach Uruguay zu kommen und was findet sie dort am Schönsten?“, fragen die Kinder

„Ich bin froh, gesehen zu haben, wie hier nachhaltig mit der Welt umgegangen wird und das schon sehr, sehr früh den Kindern beigebracht wird. Das ist einfach nur unterstützenswert“, resümiert Friederike Becht nach ihrem Besuch.

Dankbar für die gemachten Erfahrungen in der Fundación Sophia, führt Friederike Becht am nächsten Tag gemeinsam mit dem Schauspiellehrer der Schule einen Theaterworkshop durch- so wird der Besuch der Schauspielerin zu einem lebendigen Austausch, bei dem beide Seiten voneinander lernen können.

Friederike Becht blickt auf eine illegale Müllkippe, die auch in Uruguay ein Problem darstellen.

Die neu eingeweihte Biogasanlage wird zum Kochen in der Schulküche genutzt.

Friederike Becht mit Kakao in der Hand und im Gespräch mit Schülerinnen.