Gesegnete Weihnachten
und ein frohes neues Jahr!

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben und alles Gute für das neue Jahr! Zu diesem Anlass haben wir eine Weihnachtsgeschichte aus Lateinamerika für Sie, die uns selbst sehr berührt hat und die wir gerne mit Ihnen teilen möchten.

Ein ganz besonderer Weihnachtsbaum

Wir sind in einem Armenviertel von Iquitos, der Amazonasmetropole Perus, da sehen wir ihn plötzlich – ein Recycling-Weihnachtsbaum mitten im Regenwald.

Auf dem Hauptplatz des Viertels steht ein dreieckiges Blechgerüst, über zwei Meter hoch. Daran baumeln Stränge bunter Deckel von Plastikflaschen schön der Farbe nach geordnet: blaue, gelbe, grüne, rote. Da tritt eine ältere Frau aus einem der Holzhäuser.

Sie lebt im Viertel wie knapp 1500 weitere Menschen, die als Tagelöhner am Bau oder als Angestellte bei wohlhabenden Familien arbeiten. Viele sind indigener Herkunft und wohnen in Pfahlbauten aus Holz und Wellblech, mitten im Sumpfgebiet. Sie kamen in der Hoffnung auf Arbeit und Bildung für ihre Kinder. Sie folgten dem Lockruf von Fortschritt und Moderne. Gefunden haben sie Ausgrenzung und einen Staat, der sie nicht wahrnimmt.

Eine junge Frau aus Peru steht mit ihrem Baby vor einem gebastelten Baum. Dieser besteht aus einer Holzkonstruktion mit bunten Flaschendeckeln, die an langen Schnüren aufgefädelt sind.
Nahaufnahme von bunten Flaschendeckeln, die an Schnüren aufgefädelt sind.
Gebastelter Weihnachtsbaum, der aus einer Holzkonstruktion mit bunten Flaschendeckeln besteht, die an langen Schnüren aufgefädelt sind.

Die umliegenden Flüsse sind längst stinkende Kloaken. Dort leitet die Stadt Iquitos ihr ungeklärtes Abwasser ein. Dass die Einwohner jetzt wenigstens kostenlos Trinkwasser von Wasserlastern bekommen, erstritten sie sich mit Unterstützung des Vikariats und Adveniat.

Die ältere Frau aus dem Holzhaus grüßt freundlich. Auf die Frage, wer diesen Weihnachtsbaum gebastelt hat, antwortet sie stolz: „Meine Tochter, die ist so kreativ.“ Die Tochter, Kenyi Huanaquiri, ist eine junge indigene Frau und sie strahlt übers ganze Gesicht. Das mit dem Baum sei ihr vor drei Jahren eingefallen, um den Kindern im Viertel eine Freude zu machen: „Viele sind sehr arm und bekommen nichts zu Weihnachten. Geld für Dekoration oder ein Weihnachtsessen haben ihre Eltern auch nicht.“

Kenyi hat ein bisschen mehr Geld – vor allem aber Fantasie und Empathie. Die Familie betreibt einen kleinen Kramladen. „Ich habe angefangen, die Deckel von Plastikflaschen zu sammeln und aufzufädeln. Mein Mann baute das Gerüst aus altem Blech. Oben drauf kommt ein Stern und drumherum eine Lichterkette“, erzählt sie. Am Weihnachtsabend kämen viele Familien vorbei, um unter dem Recycling-Baum ein wenig zu singen und zu reden. Dann ist weihnachtliche Stimmung zu spüren – vielleicht sogar mehr als unter dem riesigen glitzernden Plastikweihnachtsbaum im nagelneuen Shoppingcenter von Iquitos.

Adveniat Weihnachtsaktion 2025

Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas

Der weltweite Hunger nach Rohstoffen, Holz und Fleisch zerstört die Lebengrundlage der indigenen Völker am Amazonas und erstickt die Lunge der Welt. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort unterstützt Adveniat indigene Gemeinschaften dabei, ihre Rechte zu schützen und den zerstörerischen Eingriffen von Konzernen und Regierungen entgegenzuwirken. Die indigenen Völker leben im Einklang mit der Natur und sind damit die wahren Umweltschützer und Klimaretter. Unter dem Leitwort „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ ruft Adveniat dazu auf, sich an die Seite der Menschen zu stellen, die für die Bewahrung des Amazonas als gemeinsames Haus und als globale Grundlage für zukünftige Generationen einstehen – oft unter Einsatz des eigenen Lebens.