Wahlen zwischen Fake-News, Inflation und Hunger
Adveniat zu den Präsidentschaftswahlen in Bolivien
„Fake-News, Inflation und Hunger – das sind die Probleme der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Boliviens“, sagt der Bolivien-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Thomas Wieland. „In dieser Situation beschäftigen sich die Menschen kaum mit der Präsidentschaftswahl.“ Hinzu kommt, dass das Kandidatenfeld sowohl aufseiten der regierenden MAS (Movimiento al Socialismo, also Bewegung zum Sozialismus) als auch aufseiten der Opposition vollkommen zersplittert ist. Es gilt unter Beobachtern als ausgemacht, dass die Entscheidung nicht im ersten Wahlgang am Sonntag, 17. August 2025, fällt sondern erst in der für den 19. Oktober geplanten Stichwahl.

Die Menschen in Bolivien leiden unter Hunger und der fehlenden medizinischen Versorgung. Deshalb finanziert Adveniat ein Krankenhausschiff,
das in entlegenen Regionen von Ort zu Ort fährt. Foto: Patricio Crooker/Adveniat
„Die Wahl wird aller Voraussicht nach stattfinden, aber: Es gibt keinen Hoffnungsträger. Es gibt keine Aussicht auf Veränderungen“, fasst Adveniat-Referent Thomas Wieland die Stimmung im Land zusammen. Um Fake-News und gezielte Desinformation zu bekämpfen und die demokratische Teilhabe zu stärken, finanziert das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat eine Demokratie- und Medienkampagne des bolivianischen Netzwerks Unitas, dem zahlreiche kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen angehören. „Die Kampagne informiert von Juli bis November über sämtliche Kommunikationskanäle von Zeitungen und Radios bis zu Internet und Social Media. Damit soll sowohl die von Informationen abgeschnittene Landbevölkerung erreicht werden aber auch die Menschen, die in den Städten mit Falschinformationen geradezu bombardiert werden“, erläutert Wieland.

Thomas Wieland ist Bolivien-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Foto: Martin Steffen/Adveniat
In dieser Situation unterstützt das Lateinamerika-Hilfswerk Projekte zur Ernährungssicherung. Im bolivianischen Amazonasgebiet werden etwa alternative an die Folgen des Klimawandels angepasste Anbaumethoden vermittelt, damit die Menschen sich selbst versorgen können. Damit medizinische Versorgung auch in entlegenen Regionen stattfindet, finanziert Adveniat ein Krankenhausschiff, das von Ort zu Ort fährt. Um die prekäre Bildungssituation zu verbessern, wird zudem die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie außerschulische Bildungsprojekte finanziert. „Mit unserem umfassenden Ansatz in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährungssicherheit wollen wir als Lateinamerika-Hilfswerk die Menschen – insbesondere die Armen – in die Lage versetzen, ihre demokratische Teilhabe und ihre demokratischen Rechte wieder in Anspruch nehmen zu können. Denn nur wer nicht von den Alltagssorgen aufgefressen wird, kann sich als mündige Bürgerin und mündiger Bürger engagieren“, ist der Bolivien-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Thomas Wieland überzeugt.
Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Getragen wird diese Arbeit von vielen Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten mehr als 1.000 Projekte mit 33,8 Millionen Euro gefördert werden, die genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Menschen vor Ort.

