Ein Leben für Lateinamerika –
Adveniat zum Tod des früheren Geschäftsführers Dieter Spelthahn 

„Dieter Spelthahn hat als Priester in, und als Adveniat-Geschäftsführer für Lateinamerika gelebt.“ So würdigte der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Pater Martin Maier SJ den früheren Adveniat-Geschäftsführer Dieter Spelthahn, der am Dienstag, 23. September 2025 im Alter von 87 Jahren gestorben ist.

Porträtbild von Dieter Spelthahn an seinem Schreibtisch vor einer großen Lateinamerika-Karte

Dieter Spelthahn, von 1989 bis 2004 Adveniat-Geschäftsführer, in der Geschäftsstelle in Essen.

Lateinamerika hat das Leben von Dieter Spelthahn geprägt: als Priester in Argentinien und als Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Argentinien war seine zweite Heimat. Dort wurde er zum Priester geweiht, dort hat er zwölf Jahre gelebt und gearbeitet. Diese Erfahrung hat seinen ganzen weiteren Lebensweg geprägt.

Nach seinem Theologiestudium in Trier und München wurde Dieter Spelthahn, der der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres angehörte, 1964 von seiner Gemeinschaft nach Argentinien entsandt. In La Plata und der Hauptstadt Buenos Aires war er vor allem in der Jugendarbeit tätig, engagierte sich aber auch in Paraguay.

Seine Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1976 fiel in die Zeit des Militärputsches in Argentinien. In großer Sorge war er um die Jugendlichen, mit denen er gearbeitet hatte. Mehrere von ihnen wurden ermordet.

In den folgenden Jahren arbeitete er als geistliche Rektor und Dozent der Katholischen Akademie “Die Wolfsburg” im Bistum Essen und als Mitarbeiter des Apostolischen Nuntius in Bonn. Seine Kontakte nach Lateinamerika hielt er stets aufrecht. Als es die Stelle des Geschäftsführers des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat in Essen 1989 neu zu besetzen galt, fiel die Wahl auf Dieter Spelthahn.

Von jetzt an bestimmten viele Reisen sein Leben. “Ich musste alle Länder Lateinamerikas kennenlernen”, erzählte er einmal im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er knüpfte Kontakte zu den Bischofskonferenzen und Politikern der jeweiligen Länder, aber auch zu den Menschen – insbesondere den Armen – vor Ort. Als Geschäftsführer von Adveniat bis 2004 war Spelthahn auch Mitglied in zahlreichen Gremien, unter anderem im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und in der deutschen Kommission Justitia et Pax.

Während seines Ruhestandes half Dieter Spelthahn als Subsidiar in seiner Heimatstadt Düsseldorf aus. Sein Interesse galt immer Lateinamerika – dem Kontinent, dem er sein Leben gewidmet hatte.