Schwester Marta Iris: Im Einsatz für starke Frauen
Gewalt, Armut und Abhängigkeit bestimmen den Alltag vieler Frauen und ihrer Familien in den Randgebieten von Tegucigalpa. Schläge durch den Partner. Bedrohungen durch Jugendbanden. Kein eigenes Einkommen und auch keine Aussicht auf Arbeit. Adveniat-Projektpartnerin Marta Iris hilft diesen Frauen, sich ein neues Leben aufzubauen. Neben berufsbildenden Kursen in Bereichen wie Kosmetik, Bäckerei oder Schneiderei geht es vor allem auch um psychologische Trauma-Aufarbeitung und Fortbildung in Frauenrechten und politischer Teilhabe.

Weil die Frauen erst psychisch heilen müssen, bietet Schwester Marta Iris neben berufsbildenden auch Kurse in Trauma-Aufarbeitung für Frauen an. Foto: Adveniat/Florian Kopp
Besonders Frauen haben früh gelernt zu schweigen. Zu ertragen. Sich selbst nicht wichtig zu nehmen. Wer kaum Schulbildung hat, findet selten eine feste Anstellung. Wer kleine Kinder versorgen muss, bleibt oft wirtschaftlich abhängig. Und wer sich gegen Gewalt oder Unterdrückung wehrt, riskiert noch mehr Bedrohung. Hilfe von staatlicher Seite gibt es fast gar nicht. So wachsen Ohnmacht und das Gefühl, wertlos zu sein – oft über Generationen hinweg.
Die Frau, die an andere glaubt.
Schwester Marta Iris López kennt die Geschichten hinter den Gesichtern. Und sie bleibt – auch wenn es schwer wird. Wer zu ihr kommt, bringt oft mehr mit als Armut: Angst, Demütigungen und Verletzungen. Marta Iris hört zu. Ohne Eile. Ohne Urteil. Sie begegnet jeder Frau mit Respekt – und mit einer Überzeugung, die alles verändert: Du bist wertvoll. Und Du kannst mehr, als Du glaubst. In einem Viertel, in dem Hoffnung selten geworden ist, wird sie so für viele zu einer sicheren Zuflucht. Zu einer Begleiterin. Manchmal sogar zu so etwas wie einer Mutter. Und Schritt für Schritt beginnt etwas zu wachsen, das lange verloren schien: Vertrauen in die eigene Kraft.

Schwester Marta Iris hilft den Frauen dabei, ihre Stimme zu finden und über das ihnen zugefügte Leid zu sprechen.

Eine Blütenzeremonie markiert für die traumatisierten Frauen Heilung und Neuanfang.

Ganz praktisch lernen die Teilnehmerinnen einen Beruf: als Schneiderin, Konditorin oder Kosmetikerin.
Aus Angst wächst Mut. Aus Abhängigkeit wird Selbstständigkeit. Aus einer begleiteten Frau wird eine Begleiterin für andere. Im Frauenprojekt von Marta Iris López in Tegucigalpa (Honduras) lernen die Teilnehmerinnen einen Beruf: als Schneiderin, Konditorin oder Kosmetikerin. Gleichzeitig stärken Gespräche, Gemeinschaft und psychologische Begleitung ihr Selbstvertrauen. Aus dieser Erfahrung wächst die Kraft, Schritte zu gehen, die vorher unmöglich schienen.
„Ich möchte Mut machen. Wenn ich es geschafft habe, können andere es auch.“
Mit 15 sah Sayri Martínez, wie ihre Mutter durch Gewalt starb. Später sperrte ihr Mann sie ein. Schließlich schafft sie es, mit ihren Kindern zu fliehen. Und trifft im Projekt auf Schwester Marta Iris – endlich jemand, der ihr etwas zutraut. „Ich kam mit nichts hier an“, sagt die 36-Jährige. „Heute studiere ich und kann meine Kinder von meinem eigenen Einkommen ernähren.“ Aus der Frau, die Schutz suchte, ist eine geworden, die anderen Schutz gibt. Sayri unterrichtet inzwischen andere betroffene Frauen in Management und Mikrofinanzen.


“Wir verwandeln uns von Raupen zu Schmetterlingen.”
Viele Jahre lang wurde Lorena Molina von ihrem Mann misshandelt. Die ehemalige Lehrerin verlor ihren Mut, ihre Kraft, schließlich auch ihre Arbeit. Sie fiel in eine tiefe Depression. Im Projekt begann ein langsamer Weg zurück ins Leben. „Ich kam hierher, um zu heilen“, erinnert die 61-Jährige sich. „Und habe es geschafft.“ Heute ist Lorena wieder als Pädagogin tätig und begleitet junge Frauen und Menschen mit Behinderung beim Lesen und Schreiben. Daneben stellt sie Seifen und Shampoos her, um ihr Einkommen zu sichern.
„Schwester Marta Iris war mein Leuchtturm und half mir, wieder aufzustehen.“
Auch die 50-jährige Beatriz Mendoza floh vor Gewalt im eigenen Zuhause und verlor alles – ihren Laden, ihre Sicherheit, ihre Zukunft. Als Alleinerziehende hatte sie kaum eine Chance. Im Projekt angekommen, merkt Beatriz jedoch schnell: “Hier bin ich sicher, hier werde ich gehört.“ Heute führt Beatriz erneut ein eigenes kleines Geschäft. Als gestärkte Frau kennt sie jetzt ihre Rechte, verteidigt sie – und steht anderen misshandelten Frauen bei. „Für mich gibt es ein Leben vor und eines nach dem Projekt.“

Neu beginnen und weitertragen
Was die Frauen im Projekt von Marta Iris lernen, wird zum Schatz für viele. Denn sie geben ihr Wissen weiter, schaffen Arbeitsplätze für andere Frauen und ermutigen sie, den ersten Schritt zu wagen. Kinder erleben ihre Mütter plötzlich aufrecht, entscheidungsfähig, voller Zuversicht. In ihren Familien wachsen Respekt und neue Möglichkeiten. Töchter und Söhne erfahren, dass Gewalt kein Schicksal ist – und dass Frauen ihre Zukunft selbst gestalten können.
So entsteht nach und nach ein starkes Netzwerk der Solidarität – mitten in einem Umfeld, das Frauen oft klein hält und ihnen wenig zutraut. Doch damit dieser Weg weitergeht, braucht es Menschen, die mitglauben. Die Vertrauen schenken. Die solche Orte der Ermutigung möglich machen. Und handeln.
Bitte stehen Sie den Frauen zur Seite – mit Ihrer Spende.
Adveniat unterstützt Partnerorganisationen in Lateinamerika, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen neue Perspektiven eröffnen. Dazu gehören Schutzräume, Bildungsangebote und Hilfe zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit – besonders für Frauen, die Gewalt und Ausgrenzung erfahren haben. Die Projekte werden von engagierten Ordensleuten und lokalen Fachkräften getragen. Dadurch kennen sie die Bedürfnisse der Menschen vor Ort und begleiten sie langfristig.
Für weitere Informationen, wie Sie die Menschen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:
Carmen Martínez
Spenderkommunikation
Telefon 0201 1756-209
E-Mail: carmen.martinez@adveniat.de

