Friedensnobelpreis für Demokratie-Verfechterin Machado in Venezuela

Der Friedensnobelpreis 2025 geht in diesem Jahr nach Venezuela. Das Nobelpreiskomitee zeichnet María Corina Machado als mutige Kämpferin für demokratische Werte aus.

Die Demokratie-Verfechterin María Corina Machado aus Venezuela bekommt den Friedensnobelpreis 2025. Die 58-Jährige werde “für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie” ausgezeichnet, wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekanntgab. Wegen ihres politischen Engagements war sie in ihrem Heimatland immer wieder Repression und Einschüchterungsversuchen durch die sozialistische Regierung ausgesetzt.

María Corina Machado, Oppositionsführerin in Venezuela und Trägerin des Friedensnobelpreises. Credit Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach

2024 wurde sie bei der venezolanischen Präsidentschaftswahl als Kandidatin der oppositionellen “Plattform der demokratischen Einheit” als Kandidatin nominiert, dann aber vom regierungsnahen Nationalen Wahlrat ausgeschlossen. An ihrer Stelle bewarb sich der Diplomat Edmundo González Urrutia, der nach Auffassung internationaler Beobachter entgegen der offiziellen Wahlbekanntgabe die meisten Stimmen gewann. Der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro regiert Venezuela seit 2013 und hält weiter an der Macht fest.

Im Dezember wurden Machado und González mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments geehrt. Ebenfalls im vergangenen Jahr erhielt Machado den Václav-Havel-Menschenrechtspreis.

Der Tag, an dem Venezuela sagte: ‚Genug!‘

Bereits im Januar dieses Jahres warnte Thomas Wieland, Abteilungsleiter Ausland beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, anlässlich des Amtsantritts des Präsidenten, das Land sei das ‘unkalkulierbare Pulverfass der gesamten Region’. Diese dramatische Einschätzung hat nichts an Aktualität verloren. Der anhaltende wirtschaftliche Kollaps, die Repression gegen Oppositionelle und der Exodus von Millionen Menschen waren für Oppositionsführerin Maria Corina Machado Gründe, zum Protest aufzurufen. „Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem Venezuela sagte: ‚Genug!‘“, schrieb sie auf X/Twitter. Die heutige Auszeichnung ist auch als Bestätigung ihres andauernden Engagements zu sehen.
(KNA, Adveniat)

Adveniat steht mit der Kirche als einziger Institution, der das Volk noch vertraut, an der Seite der Menschen.

Die Hilfe umfasst Lebensmittel, Medikamente, aber auch den Unterhalt zahlreicher kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kümmern sich um Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur, weil der Staat vollständig ausfällt. „Wir liefern Medikamente, weil sie für die Menschen unbezahlbar sind. Wir bauen Gesundheitsposten auf, weil die staatlichen nicht mehr vorhanden sind. Wir fördern den Bau von Solaranlangen, weil die Stromversorgung regelmäßig ausfällt. Wir bezahlen Lehrerinnen und Lehrer an kirchlichen Schulen, während an staatlichen Schulen nur noch an zwei Tagen in der Woche so etwas wie Unterricht stattfindet“, fasst Adveniat Ausland-Chef Thomas Wieland zusammen.

In Venezuela an der Seite der Ärmsten:

Von Adveniat unterstützte medizinische Grundversorgung in der Diozöse Cúcuta für Flüchtlinge und Migranten aus Venezuela. Foto: Adveniat/Florian Kopp