„Militäreinsatz der USA hilft Venezuela nicht“
Der Diktator ist weg, doch die Angst bleibt, sagt Hauptgeschäftsführer Pater Dr. Martin Maier gegenüber Publik-Forum zur Lage in Venezuela. Donald Trump wirft er einen neuen Imperialismus vor – und erhofft von Deutschland eine angemessene Reaktion.

Seit Jahren fliehen tausende Migrantinnen und Migranten aus Venezuela. Foto: Adveniat/Florian Kopp
Gegenüber Publik-Forum berichtet Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Dr. Martin Maier, dass Adveniat auch nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in Kontakt mit den Bischöfen vor Ort steht. Sie sagen, dass die Situation angespannt sei und die Menschen Angst vor Repressionen hätten; niemand wisse, wie es weitergeht. „Das Paradoxe ist: Das »neue« Regime ist das alte, nur ohne Maduro“, so Pater Maier. Veränderungen oder sogar Verbesserungen für die Bevölkerung seien daher nicht zu erwarten: Die Repression ist weiterhin stark, es gibt Berichte von über 900 politischen Gefangenen, die sich beispielsweise regimekritisch geäußert haben und im Gefängnis physische und psychische Traumata erleiden.
Adveniat bleibt in dieser Zeit an der Seite der Menschen in Venezuela. Schwerpunkt der Adveniat-Projekte ist die Gesundheitsversorgung, da der Bedarf enorm ist. In diesem Bereich arbeitet Adveniat mit drei Diözesen zusammen und liefert vor allem Medikamente. Neben der Gesundheit ist die Ernährung zentral: Viele Kinder sind unterernährt. Gemeinsam mit Partnern finanziert Adveniat Schulspeisungen – für viele die einzige Mahlzeit des Tages. Adveniat unterstützt außerdem Bildungs- und Ausbildungsprojekte. „Unsere Stärke ist das dichte Netz der Kirche: Über Bischöfe, Pfarreien und kirchliche Basisgemeinschaften erreichen wir die Menschen direkt, unabhängig vom Staat. Diese Nähe schafft Vertrauen, gerade weil staatliche Hilfen wie Lebensmittelpakete oft nur an Parteigänger ausgegeben werden. Menschen ganz unterschiedlicher politischer Herkunft suchen derzeit die Nähe zur Kirche. Sie ist zu einem Zufluchtsort geworden“, sagt Pater Maier.
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05.01.2026

Die Angst in Venezuela ist groß: Nach dem Militärschlag der USA und der Inhaftierung von Staatschef Nicolás Maduro ist die Lage in Venezuela weiter angespannt.



