Massive Versorgungsengpässe in Kuba – Adveniat hilft
In Krankenhäusern leidet die medizinische Versorgung, Zigarrenfabriken müssen schließen und die Tankstellen haben keinen Sprit mehr. Weil Venezuela und Mexiko ihre Öllieferungen an Kuba auf Druck der USA eingestellt haben, wird die ohnehin schwierige Versorgungslage in Kuba immer prekärer. Der in Kürze aus dem Amt scheidende chilenische Präsident Gabriel Boric bat zuletzt den Papst um Vermittlung.

Die Versorgungslage in Kuba wird immer prekärer, Lebensmittel und Medikamente fehlen, Tankstellen haben keinen Sprit mehr (Symbolbild). Foto: Adveniat/Martin Steffen
Chile bittet Papst um Hilfe in Kuba-Krise
In einem Brief geht Boric auf die Grundprobleme in dem kommunistischen Inselstaat ein: einerseits die humanitäre Krise aufgrund der schlechten Versorgung – andererseits die Menschenrechts-Krise angesichts der Verweigerung elementarer Grundrechte. Ungeachtet der Differenzen zwischen den verschiedenen Staaten müsse allerdings das Wohlergehen der Menschen im Mittelpunkt stehen, so der Präsident. “Jede nachhaltige Lösung erfordert Fortschritte in Sachen Demokratie und Menschenrechte”, betonte Boric.
Die Situation, mit der Kuba konfrontiert sei, habe eine besorgniserregende Dimension angenommen und wirke sich direkt auf die Lebensmittelversorgung, den Betrieb von Krankenhäusern, den öffentlichen Nahverkehr und die Stromversorgung aus, beschrieb das chilenische Staatsoberhaupt die aktuelle Krise. Sowohl die USA als auch das kubanische Regime müssten sich daher bewegen. Als mögliches Zugeständnis Kubas schlug Boric etwa die Freilassung politischer Häftlinge vor.
Bischöfe sagen Papst-Reise ab
„Kuba muss sich ändern, denn so, wie wir leben, ist es nicht menschlich.“
Aufgrund der Lage sagten kubanische Bischöfe vergangene Woche eine geplante Papstreise ab. Am letzten Sonntag erklärte daraufhin Mons. Arturo González Amador, Bischof der Diözese und Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz Kubas, in der Kathedrale von Santa Clara vor den Gläubigen die Gründe für die Verschiebung des Papst-Besuchs.
„Sicherlich haben Sie gehört, dass wir Bischöfe den Besuch beim Heiligen Vater abgesagt haben.“ Abgesehen von logistischen Schwierigkeiten wie Problemen mit dem Treibstoff für die Flüge betonte er, dass der Hauptgrund pastoraler Natur sei: „Es war zu besorgniserregend, dass alle Bischöfe Kuba verlassen hätten und nicht anwesend gewesen wären, falls eine schwierige Situation eingetreten wäre.“ Mons. Arturo sprach offen über die Verschlechterung der Lage im Land: „Die Situation ist nicht nur weiterhin ernst und schwierig (…), sondern hat sich sogar noch verschlimmert“, erklärte er und fügte einen der eindringlichsten Sätze seiner Rede hinzu: „Kuba muss sich ändern, denn so, wie wir leben, ist es nicht menschlich.“
Der Bischof betonte außerdem die Notwendigkeit, „sich hinzusetzen, zu reden und zuzuhören“, und hob hervor, dass das Leiden des kubanischen Volkes echte Schritte zum Wohle aller und einen aufrichtigen Dialog erfordere. Seine abschließende Botschaft richtete sich an einen Journalisten, der ihn fragte, welchen Rat er der Welt in Bezug auf das kubanische Volk geben würde: „Vergessen Sie Kuba nicht, sehen Sie die Realität, den Schmerz dieses Volkes.“ (kna/adv)

Adveniat unterstützt in Kuba mit Medikamenten und bei der Versorgung von Kranken (Symbolbild). Foto: Adveniat/Patricio Crooker
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