Adveniat-Partnerin Briseida Iglesias fordert vor der UN größte Aufmerksamkeit für Indigene

„Für die vielfältigen Bedrohungen, denen indigene Völker ausgesetzt sind, braucht es größte Aufmerksamkeit.“ Das hat die Adveniat-Partnerin Briseida Iglesisas vom Volk der Kuna beim Forum der Vereinten Nationen für Indigene Fragen in New York gefordert. Das betreffe die Gesundheit, die kulturelle Integrität und die vollständige Verwirklichung der Rechte der indigenen Völker.

Adveniat-Partnerin bei der UN. Foto: Adveniat/Nicklas Krüger

 Briseida Igelesias ist eine Gelehrte oder Weise des Volkes der Kuna, die in der Region Guna-Yala und den San-Blas-Inseln vor Panama leben. Mit Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und der Gesellschaft für bedrohte Völker hatte sie am vergangenen Freitag bei den Vereinten Nationen in New York gesprochen.

Zum Schutz indigenen Lebens brauche es einen ganzheitlichen Blick auf Gesundheit und die Welt. „Gesundheit ist untrennbar mit dem Territorium, der Kultur, der Spiritualität und dem gemeinschaftlichen Leben verbunden“, erläuterte Briseida Iglesias. Werde eine dieser Säulen geschwächt, gerate nicht nur das körperliche und geistige Wohlbefinden des Einzelnen in Gefahr, sondern das gesamte Überleben. Am Beispiel der Landwirtschaft erläuterte die Weise der Kuna das System der Gegenseitigkeit, des Wissens und der Fürsorge der Indigenen, das über Generationen weitergegeben wird: „Jeder landwirtschaftliche Zyklus beginnt mit einer zeremoniellen Vorbereitung. Die Natur wird nicht ausgebeutet, sondern als Teil eines zusammenhängenden Lebenssystems verstanden. Wälder, Flüsse und die biologische Vielfalt sind wesentliche Elemente, die das körperliche, emotionale und geistige Wohlbefinden tragen.“

Doch diese Lebensweise der indigenen Völker ist bedroht. Der Klimawandel verändere die natürlichen Zyklen, indigene Traditionen und Praktiken würden geschwächt, und die gemeinschaftlichen Bindungen sowie die kollektive Verantwortung erodierten. „Infolgedessen werden nicht nur unsere Ernährungssysteme, sondern auch unsere psychische Gesundheit und unser kollektives Wohlbefinden beeinträchtigt.“

Abschließend forderte Briseida Iglesias die Mitgliedstaaten und die Organisationen der Vereinten Nationen auf, indigener Territorien und traditioneller Lebensweisen zu schützen: „Integrieren Sie ganzheitliche Gesundheitsansätze in Ihr politisches Handeln und gehen Sie einen echten und dauerhaften Dialog mit den indigenen Völkern ein.“