„Zerstörung am Amazonas hat Auswirkungen auf gesamten Globus“ – Adveniat-Partnerin besucht Ausschuss für Menschenrechte
Dass die ökologische Krise des Amazonasgebietes eng verschränkt ist mit einer sozialen, betone Schwester Elis dos Santos aus Brasilien bei ihrem Besuch beim Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestags. Der Besuch in Berlin fand im Zuge der Adveniat-Weihnachtsaktion „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ statt.

Anne König, Obfrau der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Unterausschuss „Internationale Klima- und Energiepolitik“, Adveniat-Partnerin Schwester Elis dos Santos aus Brasilien und Mechthild Heil, Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe (v.l.n.r.). Foto: Adveniat/Franziska Quevedo
Empfangen wurde die Adveniat-Projektpartnerin zum einen von der Vorsitzenden ebendieses Ausschusses, Mechthild Heil, sowie der Obfrau der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Unterausschuss „Internationale Klima- und Energiepolitik“, Anne König, die gleichzeitig die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) ist. Zum anderen traf sie sich zu einem Gespräch mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel.
Die Auswirkungen der ökologischen Krise auf die Menschen im Amazonasgebiet, insbesondere die Indigenen sei enorm, so Schwester Elis dos Santos, die selbst zum indigenen Volk der Mura gehört. Sie betonte das Engagement von Ordensgemeinschaften, aber insbesondere von indigenen Frauen, und schilderte in diesem Kontext ihre Arbeit in der Casa Amazónica in Manaus, die von Adveniat unterstützt wird.
Indigene sind Bewahrer des Amazonasgebiets
Im Zusammenhang mit ihrer Teilnahme an der COP 30 in Belem stellte Schwester Elis die Bedeutung staatlich gesicherter indigener Territorien für den Schutz des Amazonasgebietes heraus. Sie zitierte Papst Franziskus, dass die Indigenen schlechthin die Bewahrer der Integrität des Amazonasgebietes sind. Genau diese Bewahrer der Umwelt seien allerdings erheblichen Gefahren ausgesetzt. Auch während der COP 30 seien wieder Umweltaktivistinnen und -aktivisten ermordet und ein Sprecher des Volkes der Guarani Kaiowá erschossen worden.
Schwester Elis kritisierte dabei die Untätigkeit des brasilianischen Staates sowohl bei der Verhinderung und Aufklärung dieser Morde als auch bei der Durchsetzung von Umwelt- und Indigenenschutzgesetzen. Sie bat die deutschen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner diesbezüglich auf die brasilianische Regierung einzuwirken.

Adveniat-Partnerin Schwester Elis dos Santos aus Brasilien trifft Thomas Rachel, Beauftragter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit im Deutschen Bundestag. Foto: Adveniat/Franziska Quevedo
Die Adveniat-Partnerin kam bei ihrem Besuch in Berlin auch auf die Bedeutung der internationalen Firmen zu sprechen, die Rohstoffe aus dem Amazonasgebiet für ihre Produkte nutzen. Sie forderte die jeweiligen Staaten auf, so auch die deutschen Parlamentarier, dafür zu sorgen, dass das Verhalten dieser Firmen im Amazonasgebiet besser kontrolliert wird. Denn die Verletzung indigener Gebiete zerstöre nicht nur den Lebensraum der Menschen vor Ort, sondern habe Auswirkungen auf den gesamten Globus.
Mechthild Heil, Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, griff das Engagement religiös gebundener Menschen heraus. Thomas Rachel, Beauftragter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, betonte, dass religiöse Akteure mit Menschen in Kontakt seien, zu denen politische Entscheidungsträger keinen vergleichbaren Zugang hätten. 80 Prozent der Weltbevölkerung verorteten sich in einer Religionsgemeinschaft, was ein erhebliches Potential zur Überwindung von Krisen berge, wie das Engagement von Schwester Elis eindrücklich deutlich macht.
Obfrau der CDU/CSU, Anne König, lenkte den Blick auf das Thema Prostitution und Menschenhandel, beschrieb die Situation in Deutschland und stellte die Tatsache heraus, dass ihre Fraktion derzeit an einer Einschränkung der Legalität von Prostitution in Deutschland arbeite. Das Amazonasgebiet mit seinen internationalen Grenzen sei ebenfalls stark von Menschenhandel betroffen, erläuterte Schwester Elis und beschrieb das Engagement weiblicher Ordensgemeinschaften weltweit (Netzwerk Talita Kum) und in Lateinamerika (Netzwerk Clamor).
Dass Frauen am stärksten von den Krisen des Amazonasgebietes betroffen sind, darüber waren sich die Gesprächspartnerinnen einig. Sie seien aber gleichzeitig auch entscheidend bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen. Adveniat stellt in diesem Jahr den Schutz des Amazonas und der indigenen Völker in den Mittelpunkt der Weihnachtsaktion und im kommenden Jahr die Situation und Stärkung der Frauen in Lateinamerika. (tw/adv)
Adveniat Weihnachtsaktion 2025
Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas
Der weltweite Hunger nach Rohstoffen, Holz und Fleisch zerstört die Lebengrundlage der indigenen Völker am Amazonas und erstickt die Lunge der Welt. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort unterstützt Adveniat indigene Gemeinschaften dabei, ihre Rechte zu schützen und den zerstörerischen Eingriffen von Konzernen und Regierungen entgegenzuwirken. Die indigenen Völker leben im Einklang mit der Natur und sind damit die wahren Umweltschützer und Klimaretter. Unter dem Leitwort „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ ruft Adveniat dazu auf, sich an die Seite der Menschen zu stellen, die für die Bewahrung des Amazonas als gemeinsames Haus und als globale Grundlage für zukünftige Generationen einstehen – oft unter Einsatz des eigenen Lebens.


