Adveniat kritisiert mangelhaften Schutz der Menschenrechtsarbeit in Mexiko
Das nationale Netzwerk TDT in Mexiko macht in einer dringlichen Erklärung auf den miserablen Schutz von Seiten der Regierung gegenüber Menschenrechtsunterstützern im Land aufmerksam. Diese seien massiven Angriffen ausgesetzt. Begleitend stellt das Netzwerk in einer Petition konkrete Forderungen an die Politik in Mexiko. Als Mitunterzeichner stellt sich Adveniat an die Seite der Menschenrechtsverteidiger.

Das Menschrechtszentrum “Fray Matías de Córdova” ist in der südöstlichen Region aktiv und konzentriert sich auf den Schutz von und die Hilfe für Migranten. Foto: Adveniat/Hans-Maximo Musielik
TDT ist ein nationales Netzwerk von Bürgerrechtsorganisationen, bestehend aus 88 Organisationen in 23 Bundesstaaten Mexikos. In seinem Aufruf schreibt das Netzwerk konkret von „einer akuten Bedrohung für das Menschenrechtszentrum Fray Matías de Córdova in Tapachula, Chiapas; einer Organisation, die sich seit 29 Jahren ununterbrochen für die Rechte von Migranten in Mexiko einsetzt.“ Das Zentrum ist in der südöstlichen Region aktiv und konzentriert sich auf den Schutz von und die Hilfe für Migranten.
Drei Einbrüche im März – Gefährdung für Team
Seit dem 20. März sei die Organisation Ziel dreier Einbrüche gewesen. „Die wiederholten Vorfälle gefährden das Team erheblich und stehen in direktem Zusammenhang mit unserer Arbeit als Menschenrechtsanwälten“, so der Sprecher des Zentrums. Bei den Einbrüchen wurden in den Büros des Zentrums Computer, Telefone und Dokumente im Zusammenhang mit der Menschenrechtsarbeit und seiner Unterstützung von Migranten gestohlen.
Trotz theoretisch bestehender kollektiver staatlicher Schutzmaßnahmen für Menschenrechtsverteidiger und Journalisten seien die umgesetzten Maßnahmen eindeutig unzureichend. Alle drei Regierungsebenen seien umgehend über die Vorfälle informiert worden, dennoch wurden keine wirksamen Maßnahmen zu deren Verhinderung ergriffen.
Menschenrechtsbüro vorrübergehend geschlossen
„Dieser Vorfall stellt nicht nur einen materiellen Verlust für unsere Institution dar, sondern gefährdet auch unmittelbar unsere Arbeit und die Sicherheit unserer Teammitglieder“, erklärte das Menschenrechtszentrum in seiner offiziellen Pressemitteilung. Infolge dieser Situation war das Zentrum gezwungen, seine Büros vorübergehend zu schließen. „Ein beispielloses Ereignis in unserer Geschichte, das die von uns unterstützten Menschen unmittelbar betrifft.“
Mexiko zählt weiterhin zu den gefährlichsten Ländern für Menschenrechtsverteidiger. „Es ist inakzeptabel, dass der Schutz derjenigen, die diese Arbeit leisten, selbst unter diesen Umständen keine Priorität der Regierung hat“, schreibt das Netzwerk TDT. „Wir fordern die zuständigen Behörden zu sofortigem Handeln auf, da alle drei Regierungsebenen über frühere Sicherheitsvorfälle sowie die Einbrüche informiert wurden, die durch rechtzeitiges Eingreifen hätten verhindert werden können.“

