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FAQ – Fragen und Antworten

Was heißt Adveniat?

„Adveniat“ ist Lateinisch und bedeutet „(Dein Reich) komme“. Im Vaterunser, dem wichtigsten Gebet der Christen, heißt es: „Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden (...).“

Warum ist Adveniat eine „Bischöfliche Aktion“?

Der Name "Bischöfliche Aktion Adveniat" hat geschichtliche Gründe. Am Anfang stand eine einmalige Weihnachtskollekte auf Initiative der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 1961. Nach wachsenden Spendeneinnahmen in den folgenden Jahren zugunsten der Katholischen Kirche in Lateinamerika beschließt die Deutsche Beschofskonferenz 1969, Adveniat zu einer einer jährlich wiederkehrenden Spendenaktion zu machen.
Adveniat legt großen Wert auf den Begriff "Aktion", weil es keine unbewegliche Institution oder Organisation sein will. Dank der Spenden aus Deutschland können wir der Kirche in Lateinamerika helfen, sich aktiv für arme und benachteiligte Menschen in Lateinamerika einzusetzen.
Mehr Informationen zur Geschichte Adveniats

 

Was gehört zu Lateinamerika?

Alle Ländern Mittel- und Südamerikas sowie der Karibik, in denen eine romanische Sprache (Spanisch, Portugiesisch, Französisch) gesprochen wird, fasst man unter dem Begriff Lateinamerika zusammen. Mittelamerika bezeichnet die Landbrücke Zentralamerikas, Mexiko und die Karibik. Alternativ zu Lateinamerika wird auch der Begriff Iberoamerika verwendet. (Vgl. Meyers Lexikon online)

Was macht Adveniat?

Adveniat hat die Aufgabe, die Menschen in Deutschland auf die Not in Lateinamerika aufmerksam zu machen und sie zum solidarischen Handeln zu bewegen. Adveniat fördert die „ganzheitliche Pastoralarbeit“ der Katholischen Kirche in Lateinamerika. Konkret heißt das, wir unterstützen ...

  • die Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ordensfrauen und Ordensmännern, sowie anderer Hauptamtlicher und Ehrenamtlicher, die sich für die Menschen vor Ort einsetzen.
  • den Bau von kirchlichen Räumen, die mehr sind als Gotteshäuser. Beispielsweise dienen Kapellen als einzige Versammlungsräume eines Dorfes oft als Schulräume für Kinder oder medizinische Anlaufstellen der Dorfgemeinschaft.
  • den Kauf nötiger Transportmittel wie Motorboote oder Allradfahrzeuge. Diese Fahrzeuge sind alles andere als ein Luxus: In Lateinamerika sind die Distanzen unvorstellbar weit, die Wege oft schlecht und je nach Wetterlage häufig unbefahrbar. Im Amazonasgebiet sind Motorboote vielfach die einzige Möglichkeit, entlegene Dörfer zu erreichen.
  • ganz allgemein den Auf- und Ausbau von Strukturen, die es den Menschen vor Ort ermöglichen, sich selbst zu helfen. Ein Beispiel: Damit die Menschen in abgelegenen Dörfern sich besser informieren und fortbilden können, fördert Adveniat kleine Radiostationen. Zu strukturellen Maßnahmen gehören auch Projekte, die Wissenschaft und Forschung möglich machen.
  • Die Altersversorgung der Priester und Ordensleute. Denn wer sich sein ganzes Leben lang, oft unter schwierigsten Umständen, für die Menschen in seinem Land einsetzt, der sollte im Alter versorgt sein.  
  • theologisch-pastorale Zeitschriften und Publikationen und die katholische Presse in Lateinamerika. Sofern sie der Seelsorge und Bildung dienen, hilft Adveniat beim Aufbau von Rundfunkstationen, Rundfunk- und Fernsehprogrammen. Unterstützung bekommen lateinamerikanische Journalisten auch durch Aus- und Weiterbildungsprogramme. 

 

Warum unterstützt Adveniat die Menschen in Lateinamerika?

Die Menschen in Lateinamerika arbeiten oft sehr hart für ihren Lebensunterhalt. Doch ohne eine gute Schul- und Ausbildung, die sich nur die Wohlhabenden leisten können, haben sie wenig Chancen, ihre Situation zu verbessern. Angemessen bezahlte Jobs sind rar: So verdient ein brasilianischer Plantagenarbeiter pro Sack, den er mit Orangen füllt, oft nicht mehr als 25 Cent. Sein Lohn reicht kaum für Miete und Grundnahrungsmittel. Besonders schwierig wird es, wenn er krank wird: Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den meisten Ländern Lateinamerikas keine funktionierenden Sozial- und Gesundheitssysteme, die Menschen in Not auffangen. Gerade die Kirche ist es, die sich um die Armen in Lateinamerika kümmert und die immer wieder versucht, den Menschen aus der Not zu helfen. Sie ist in dem „katholischsten aller Kontinente“ besonders aktiv und engagiert. ADVENIAT als Bischöfliche Aktion unterstützt die Kirche in Lateinamerika in ihrem Kampf gegen Not und Armut.

Wie entsteht ein Projekt und was bedeutet „Option für die Armen“?

Adveniat denkt sich keine Projekte aus: jedes einzelne ist eine Antwort auf die Anfrage eines Priesters, einer Ordensschwester, eines Bischofs oder von engagierten Menschen vor Ort. Sie wissen, wo Hilfe nötig ist und kennen die Brennpunkte ihrer Region. Sie leben und arbeiten mit den Bewohnern der Elendsviertel, mit landlosen Familien, mit Straßenkindern und anderen Menschen am Rande der Gesellschaft. Die Kirche ist nahe bei den Menschen in Armut – Adveniat hilft ihr dabei.

Kennen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Adveniat sich in Lateinamerika aus?

Die Länderreferenten von Adveniat sind Experten für die Länder Lateinamerikas, kennen die aktuelle Situation und halten engen Kontakt zu den Menschen vor Ort. Darüber hinaus sind 60 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Adveniat muttersprachlich spanisch oder portugiesisch. Unter den derzeit rund 90 Kollegen sind elf Nationalitäten vertreten, nicht wenig stammen aus Lateinamerika.  Hinzu kommen die sechs Auszubildenden, die ebenfalls mehrere Sprachen sprechen. Zahlreiche Publikationen von Adveniat bieten fundierte Informationen. Die Fachbibliothek im Haus hat sich auf das Thema Lateinamerika spezialisiert. Sie ist mit 20.000 Titeln und über 200 Zeitschriften eine bedeutende Anlaufstelle für Lateinamerikainteressierte und Wissenschaftler. Darüber hinaus werden diese Zeitschriften für eine Dokumentation ausgewertet, die alle drei Monate erscheint.

(Stand: August 2007)