Tod eines Kaffeepflückers
Mittwoch, 06. Januar 2010Eleusio wollte nur nach seiner roten Mütze greifen, die ihm heruntergefallen war. Dabei stürzte er kopfüber die Rampe des Lastwagens herunter, wurde überrollt und war auf der Stelle tot. Nun liegt der junge Mann
leblos auf der offenen Ladefläche, um ihn her ein aufgeregtes Stimmengewirr, man ruft nach Freunden oder Familienangehörigen. Für die Kaffeepflücker, die sich gerade auf den Weg gemacht hatten zu einem zweiwöchigen Einsatz in der Kaffeeernte , verzögert sich ihre Reise. Unruhe breitet sich aus, solche Unfälle passieren oft in dieser Zeit…
Am nächsten Morgen im Sonntagsgottesdienst - es ist unser Abschied von Waslala - spricht Monsenor David von der Schöpfung, die uns anvertraut ist und davon, wie wir zusammengehören. An Eleusio wird gedacht und an alle, die hier versammelt sind. Wir drei Frauen aus Deutschland und zwei Italienerinnen, die einige Wochen hier solidarisch mitgearbeitet haben, werden nach vorne gebeten, damit wir den Segen empfangen für unsere lange Rückreise. Wer uns segnet, ist die Gemeinde selbst, mit erhobenen Armen und den hellen Stimmen der vielen Kinder. Ein bewegender Augenblick - bene-dicere, sich den Segen zusprechen, den wir alle brauchen.
Auf dem Altar haben sich derweil neben einer Hibiskusblüte kleine Häufchen von Münzen und Scheinen angesammelt für die Familie von Eleusio. Jemand zählt schnell und verkündet glücklich, es seien an die 300 Cordoba zusammengekommen, 15 Dollar. Dann holen die Kinder die gefüllten Plastikflaschen, die sie vor den Altar gestellt haben: geweihtes Wasser, das sie sorgsam nach Hause tragen. Der Segen soll weitergehen…
Text: Ursula Bernauer