Chile - Lasst uns nicht gleichgültig sein
Dienstag, 13. April 2010
„No quédemos indiferentes”, was soviel bedeutet wie “Lasst uns nicht gleichgültig bleiben”, ist das Motto einer Werbung, die auch noch nach mehr als sechs Wochen nach dem Erbeben Chile fast stündlich im bolivianischen Fernsehen zu sehen ist und die weiterhin zu Spenden auffordert. Während in Deutschland die Erdbeben in Haiti und Chile schon langsam in Vergessenheit geraten und aus der Medienlandschaft verschwinden, ist dies immer noch Thema in Fernsehen, Radio und Zeitung. Oft sind es freiwillige Helfer die in etlichen Fernsehsendungen über ihre Erfahrungen in Haiti und Chile berichten und von den katastrophalen Bedingungen in den Erbebengebieten erzählen.
Es ist unglaublich, wie sehr die Betroffenheit der Bolivianer direkt nach dem Erdbeben vom 27. Februar zu spüren war, und das trotz der historisch stark belasteten Beziehung der beiden Andenländer. Viele der Menschen hier haben Verwandte in Chile, die aufgrund einer besseren ökonomischen Perspektive dorthin ausgewandert sind, und daher einen direkten persönlichen Bezug dorthin haben. Doch auch die Solidarität gegenüber den Menschen in Haiti ist ungebrochen und es wird weiterhin über die Zustände auf der Karibikinsel berichtet.
„Auch wenn wir ein nicht so reiches Land sind, wollen wir unseren Teil geben, um den Chilenen zu helfen”, erzählt mir der Leiter des Jugendsymphonieorchesters Santa Cruz, nach einem Benefizkonzert. Ca. 200 Menschen sind gekommen, um sich das Konzert anzuhören und somit den Wiederaufbau eines Altenheims im Süden von Santiago de Chile mit Spenden zu unterstützen. Nach dem Konzert erzählt der chilenische Botschafter in Bolivien von den verheerenden Folgen des Erdbebens und der problematischen Situation im Süden Chiles, die viele Menschen in Not und Armut getrieben hat. Sichtlich berührt bedankt er sich bei den Musikern und Besuchern des Konzerts für die Spenden und freut sich darüber, dass so viele Menschen in Bolivien an der Katastrophe Anteil nehmen und ihrem Mitgefühl Ausdruck verleihen.
Text + Fotos: Dominik Pieper





