La Palma Africana
Der Dreikönigs-Morgen beschert plötzlich einen wolkenlosen Himmel. Keine Stunde später sind wir an der Anlegestelle der Lagune und starten in der “Panga Misionera I” Richtung Kukra Hill. Padre Flavio steuert das Boot schnell und sicher durch die Gewässer entlang der dichten Magrovenwälder, bis wir über einen Seitenarm des Flusses dieses traumhaft gelegene Dorfes erreichen. Vor der grün gestrichenen Capilla San Juan Bautista de La Salle erfahren wir durch einige Lideres dieser Afro Mestizo Gemeinde etwas von ihrem Leben.
Lange wurde hier Zuckerrohr angebaut, aber nun ist die Palma Africana lukrativer geworden für die ausländischen Firmen: Palmöl für die Herstellung von Biodiesel, Kosmetika und Lebensmitteln. Die Löhne für
die Saisonarbeiter sind miserabel, drei bis vier Dollar pro Tag, ohne Versicherung, ohne Essen und Unterkunft. Dabei ist die Gewinnung der Palmfrüchte mühsam und gefährlich, die Stämme sind hoch und haben giftige Stacheln. Postmoderne Sklaverei in Zeiten der Globalisierung, sagt Padre Flavio.
Die Entwicklung einer praxisnahen Landwirtschaftsschule für die Subsistenzwirtschaft der Kleinbauern, wie die Pfarrei sie plant, wäre hier das notwendige Gegengewicht, eine Hoffnungsspur. Das Fundamet für den Bau besteht bereits.
Text: Ursula Bernauer