Ankunft in Lima
Freitag, 30. Mai 2008Lima ist grau, wie stets, wenn ich hier bin. Typisches Winterwetter für diese Region: Grauer Himmel über dem grauen Pazifik, dessen Wasser knappe zehn Grad kalt ist: Der Humboldtstrom bringt die Kälte aus dem Südpolarmeer an der Küste nach Norden. Grau ist auch die Stadt; denn wo nicht bewässert wird, wächst nichts. Der Río Chillón, der im Norden der peruanischen Hauptstadt von der nahen Andenkordillere hinunter in den Pazifik fließt, führt so gut wie kein Wasser. Die Betonrinne, in den man den Fluss gezwängt hat, ist statt dessen voll mit Müll und Unrat.
Einzig im März regnet es etwas in Lima, im ganzen Jahr verzeichnet Lima einen Niederschlag von 13 mm Wasser pro Quadratmeter. Das schaffen wir in Essen, wo die Adveniat-Geschäftsstelle liegt, locker an einem Tag: Am 1. April 2008 hatte es 12 mm geregnet… (Daten von: http://wetter.altenessen.info)
Wie bunte Tupfen in diesem Grau wirken da die vielen Fähnchen, die noch überall hängen als Begrüßung für die Staatschefs und Minister, die sich vor zwei Wochen in Lima zum EU-Lateinamerika-Gipfel getroffen hatten. Hildegard Willer, Adveniat-Aktionsgast 2007 und publizistisch beim Gipfel aktiv, hat dazu in ihrem Blog mehr geschrieben, Der Link dahin in der Blogroll auf dieser Seite.
Als ich heute morgen unter der Dusche stand, dachte ich an die Niederschlagsmenge – und an den Wassermangel für weite Teile der Bevölkerung, der sich daraus ergibt. In Chosica, einem Ortsteil von Lima, den wir heute besuchen werden, baden die Kinder in den Abwasserrinnen und Kloaken. Ich drehte das Duschwasser so schnell wie möglich wieder ab. Wasserverschwendung wird hier zur moralischen Frage.
Wer mehr über Lima wissen will:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lima
Christian Frevel