Archiv für die Kategorie ‘Honduras’

Karte der Reise

Mittwoch, 05. Mai 2010


Julia in Honduras und El Salvador auf einer größeren Karte anzeigen

Kleine Öfen auf dem Mittagstisch

Mittwoch, 05. Mai 2010

anafres-im-restaurantGleich nach der Ankunft in der Hauptstadt Tegucigalpa sorgt unser Gastgeber Roque Zelaya dafür, dass wir landestypisches Essen probieren. Der Künstler nimmt uns mit zu einem kleinen Restaurant. Es liegt ruhig - etwas außerhalb des Zentrums - auf einer kleinen Anhöhe. Außer uns ist kaum jemand da. Dekoratioin gibt es keine und so sieht der große, viereckige Raum mit 30 Tischen ein bisschen wie eine Mensa aus. Die Stille und der Schatten sind entspannend.

Wegen der Fliegen und Mücken, erklärt Roque, haben die Besitzer das Restaurant vollständig mit einem Gitter umringt. Das Radio ist an und uns plärren amerikanische Popsongs entgegen, die sich mit honduranischen Klassikern  abwechseln. An der Decke hängt ein riesiger Flachbildschirm, der aber ausgeschaltet ist.

Die Honduraner essen gerne Fleisch, also bekommen wir davon auch jede Menge. Roque bestellt für uns, weil wir nicht wirklich schlau aus der Karte werden. Nach einer kurzen Wartezeit kommt die erste Überraschung: ein kleiner Tonofen mit einer Schale darauf, ungefähr so groß wie ein Schokoladenfondue. “Anafres” heißen sie hier. Roque sagt, dass es richtig wohl “anafes” hieße, aber das klänge ja nur halb so schön- Unten raucht es aus den kleinen Löchern und oben brutzelt “chorizo” (scharfe Salamiwürstchen) mit Bohnenpüree und Käse. Mit kleinen Tacochips bewaffnet löffeln wir die Tonschälchen aus. Dann die nächste Überraschung: wir sind schon satt und es kommt noch mehr Essen. Roque muss den Eindruck gehabt haben, wir hätten seit 24 Stunden nichts mehr gegessen. Die zweite Portion sind weiche Tacos, in die wir kleine, dicke Fleischstücke, Tomaten, Käse und noch mal Bohnenpüree einrollen. Bohnen sind hier anscheinend essentiell. Es gab sie heute morgen auch schon wieder zum Frühstück.

Text: Julia Mahncke

Zugeknöpfte Maquilas

Montag, 14. Dezember 2009

San Pedro Sula. “Es ist ja leichter, in den Knast zu kommen als in die Maquila.” Fotograf Achim Pohl ist sichtlich genervt. Seit einer Woche versuchen wir, einen Maquila-Besuch zu organisieren, doch alle Kanäle haben bis dahin versagt: der Industrieverband, die Kirche, persönliche Demarchen bei Maquila-Betrieben. “Die Anfrage geht direkt nach Montreal, und bisher habe ich noch keine Antwort”, antwortet mir eine freundliche Pressesprecherin von Gilden am ersten und am zweiten Tag. Am dritten sind alle dortigen Direktoren in einer Präsidiumssitzung, am vierten geht sie nicht mehr ans Telefon. Klarer kann eine Absage in Lateinamerika eigentlich nicht ausfallen.

Wir sitzen in der Klemme. Alles andere ist unter Dach und Fach – Interviews mit Unternehmern, Besuch bei Maquilaarbeiterinnen und Gespräche mit Menschenrechtlern – doch ohne den Besuch in einer der berüchtigten Fertigungswerkstätten droht die Reportage zu sterben. Ich telefoniere mir die Finger wund, bis die Handybatterie erschöpft den Geist aufgibt. Über Bekannte von Bekannten bekommen wir dann doch noch kurzfristig einen Termin beim Präsidenten des Maquilaverbands von San Pedro Sula. Beziehungen und Empfehlungen sind das A und O in Lateinamerika. Einen Fabrikbesuch will er aber am Telefon nicht versprechen. Achim setzt für den Termin sein Honduras-Käppi auf, ich werfe mich in meinen entwaffnendsten Minirock, setze ein unschuldiges Lächeln auf und verkneife mir jede kritische Frage – und, welch Wunder, am Ende des Interviews muss unser Maquila-Präsident nur einen Anruf tätigen, und die schweren Fabriktore öffen sich doch noch wie von Geisterhand für uns.

Autorin: Sandra Weiss

Foto: Achim Pohl

Machos als Entwicklungshindernis

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Eine typische Szene, die sich da vor einem Haus in San Pedro Sula abspielt: eine junge Frau fegt hingebungsvoll den Vorplatz, drumherum sitzen drei junge Männer und sehen zu. Auch auf dem Lande sieht man oft, wie die Männer sich mit einem Bier in der Kneipe beim Billardspielen vergnügen, während die Frauen zuhause kochen, am Fluss die Wäsche waschen und sich um die Kinder kümmern. Arbeiten ist ebenso natürliche Frauensache wie das Kinderkriegen, so scheint es. Vier, fünf, sechs Kinder von unterschiedlichen Männern, von denen keiner dauerhaft bei der Familie bleibt, ist eher die Norm als die Ausnahme. Über ein Drittel der Frauen sind alleinerziehend und müssen schauen, wie sie ihre Kinder ernähren.

Im Norden von Honduras arbeiten viele von ihnen in den Maquilas, den Fertigungswerkstätten, in denen T-Shirts genäht und Elektronikartikel zusammengestöpselt werden. Zwei Drittel der Beschäftigten dort sind Frauen. Sie sind geschickter, willfähriger, billiger. Nur wenn freitags Zahltag ist, tauchen ein paar Männer vor den Fabriktoren auf – um ihren Frauen den Lohn gleich wieder abzuknöpfen.

Den Machismo als “kulturelle Eigenheit” zu belächeln, würde zu kurz greifen, so Yadira Minero vom Zentrum für Frauenrechte in San Pedro Sula. Für sie ist er ein wahres Entwicklungshindernis. “Mädchen werden von klein auf diskriminiert. Sie müssen auf die Geschwister aufpassen und die Hausarbeit erledigen, während ihre Brüder zur Schule gehen. Sie sind deshalb weniger gebildet, und legen auch bei ihren eigenen Kindern darauf keinen Wert.” So setzt sich die Spirale aus Ignoranz und Armut von Generation zu Generation fort.

Autorin: Sandra Weiss

Fotos: Achim Pohl

Mit dem Kardinal in den Wolken

Montag, 07. Dezember 2009

Tegucigalpa. Bevor Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga den Hubschrauber besteigt, setzt er die roten Ohrenschützer auf und rückt das schwarze Käppi zurecht. “USS Intrepid” steht darauf. Maradiaga liebt die Fliegerei, man nennt ihn auch “Kardinal der Lüfte”. Mir wird etwas mulmig zumute. “Keine Sorge, schliesslich bist du mit Gottes Segen unterwegs”, hatte mir eine Freundin am Vorabend gemailt. Es ist noch früh am Morgen, dunkle Wolken verüstern den Himmel über der Luftwaffenbasis von Tegucigalpa. “Kann der Hubschrauber denn auch bei schlechter Sicht und bei Wind fliegen?” erkundige ich mich besorgt und erinnere mich an diverse Abstürze von Militärhubschraubern, über die ich in den letzten Jahren in Lateinamerika berichtet habe.

“Klar, das ist überhaupt kein Problem, ein Ex-Präsident hatte sogar mal einen Rotorausfall, und selbst so konnte der Hubschrauber noch sanft hinabgleiten und landete unbeschädigt in einem Maisfeld”, versucht  mich der Kardinal zu beruhigen. Gleichzeitig fachsimpelt er mit dem Piloten über Marke und Baujahr des US-Helikopters, der noch aus der Zeit des Vietnamkriegs stammt. Was mich nicht wirklich beruhigt.

Ein Offizier hält eine kurze Ansprache über Sicherheitsvorkehrungen, und nach mehrmaligem festen Zuknallen schliesst auch die Tür. Zum Glück hat sich Fotograf Achim Pohl den Platz direkt am Ausgang ausgesucht. Das ohrenbetäubende Knattern der Rotorblätter macht jede Unterhaltung unmöglich. Zuerst fliegen wir ganz knapp über dem Boden entlang zum Startplatz, dann imitiert der Weihbischof mit einem amüsierten Blick in meine Richtung mit seinen Händen Flügelflattern. Der Helikopter steigt rasant in die Höhe und legt sich scharf in die Kurve. Achim schiesst ein Bild nach dem anderen, ich versuche, im Gleichgewicht zu bleiben. Die Häuser werden kleiner, unter uns tauchen grüne Hügel auf. Plötzlich gibt es Turbulenzen, der Hubschrauber schaukelt hin und her wie auf der Kirmes. Erschreckt klammere ich mich an den Vordersitz und suche vergebens mit den Augen die Kabine nach Fallschirmen ab.

Einen Augenblick später ist alles wieder ruhig, und ich beginne, die schöne Aussicht über fruchtbare Täler, grüne Hügel und schlängelnde Flussläufe zu geniessen. Da geht der Pilot auch schon tiefer, unter uns taucht ein fast ausgetrockneter Flusslauf auf, ein paar Häuser sind zu sehen und ein ockerfarbener Fussballplatz. Fast senkrecht geht der Hubschrauber nieder und verwandelt den Platz in eine einzige Staubwolke. Sanft setzen wir in Texiguat auf, und ich freue mich über den staubigen Boden unter meinen Füssen.

Autorin: Sandra Weiss

Foto: Achim Pohl

Weniger Fische, weniger Regen

Montag, 07. Dezember 2009

Choluteca. Fischer Ramón ist heute nicht aufs Meer gefahren. “Man fängt ja doch nichts”, sagt er resigniert und blickt auf den Golf von Fonseca im Dreiländereck zwischen Nicaragua, El Salvador und Honduras. “Seit Hurrikan Mitch hat sich hier alles verändert. Die Fische sind rar geworden, und der Meeresspiegel ist gestiegen.” Bei Flut und starkem Wind wird jetzt immer häufiger seine windschief auf Stelzen stehende Holzhütte direkt am Strand überschwemmt. Mit dem Fischerort Cedeño im Süden von Honduras ist es in den letzten zehn Jahren seit Mitch wirtschaftlich bergab gegangen. Auch drei Fahrtstunden vom heissen Meer entfernt, im Bergdorf Ojo de Agua hat sich das Klima verändert. “Früher war es hier um diese Jahreszeit richtig frisch”, sagt der Bauer José. “Heute kann man hier sogar Mais anbauen.” Doch die Wärme hat auch ihre Schattenseiten: es regnet viel weniger als früher. “Der Mais vertrocknet häufig, und unser Brunnen zuhause hat kaum noch Wasser”, klagt Josés Frau. Von Kopenhagen haben weder Fischer Ramón noch Bauer José jemals gehört.  Beide haben weder ein Auto, noch eine Waschmaschine, nicht einmal einen Gasherd. Gekocht wird mit Holz. Aber der Klimawandel ist für sie eine greifbare, dramatische Realität: Ihre Kinder sehen keine Perspektive mehr in ihren Heimatdörfern und gehen fort – in die Armengürtel rund um die grossen Städte oder gleich in die USA.

Autorin: Sandra Weiss

Foto: Achim Pohl

Weihnachtsstimmung in den Tropen

Donnerstag, 03. Dezember 2009

Weihnachten in HondurasDem Arbeiter steht die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Gute sieben Meter hoch steht er in luftiger Höhe am Ende einer Leiter und versucht schwitzend, dem Plastik-Weihnachtsbaum vor der Dorfkirche von Mojarrás einen bunt glitzernden Stern auf der Spitze zu verpassen. Unten an der Basis spielen Kinder Verstecken in dem monstruösen Aufbau aus Draht und grün-rotem Flitter. Auf den Bänken rundherum sitzen einige Dorfbewohner im Schatten, fächeln sich Luft zu und feuern den Arbeiter an: “Mehr rechts, nach oben, so ist es gut!”
Weihnachten ist der Jahreshöhepunkt für die katholisch geprägten Honduraner. Und für die vermeintlich “richtige” Stimmung, also den rot-weißen Kitsch-Kommerz US-amerkanischer Prägung, sorgt man auch in den Tropen. In der Provinzhauptstadt Choluteca haben einige Nachbarn schon fleißig dekoriert: in der stechenden Sonne leuchten aufblasbare Plastik-Nikoläuse neben funkelnden Rentier-Lichterketten. Und in den klimatisierten Einkaufszentren der Hauptstadt Tegucigalpa wetteifern verkleidete Weihnachtsmänner und Krippenausstellungen mit künstlichem Schnee um die Aufmerksamkeit der Kundschaft. Je bunter, lauter und funkelnder, umso schöner lautet die Devise.
Glücklicherweise sind noch nicht alle heimischen Traditionen darüber verloren gegangen. So gibt es noch immer die “Posadas”, ein von Nachbarn organisiertes Weihnachtsspiel, bei dem man in Gruppen jeden Abend zu einem anderen Haus geht und singend um Einlass und Herberge bittet - wie einst Jesus und Maria. Mit dem kleinen Unterschied, dass heutzutage für die Sänger die Türen aufgehen und sie mit Krapfen, Weihnachtspunsch und anderen Leckereien bewirtet werden.

Text: Sandra Weiss

Foto: Achim Pohl

Abenteuer Verkehr

Mittwoch, 02. Dezember 2009

„Tumulo!“ rufen die Beifahrer, doch da ist der Bischof schon über den kleinen Zementhügel gerauscht, der eigentlich zur Verkehrsberuhigung gedacht ist, und hat die Bandscheiben der Insassen auf eine harte Probe gestellt. Die Hügelchen tauchen ohne Vorwarnung auch auf Überlandstrassen auf und erfordern vom Autofahrer ein wahres Adlerauge – oder schlafwandlerisch sichere Ortskenntnis. Autofahren in Honduras ist ein Abenteuer. Verkehrsregeln sind relativ. Das fängt schon damit an, dass es kaum Verkehrsschilder gibt. Wer nicht weiss, wo es lang geht, kommt ohne Fragen niemals da hin, wo er will. Ortsangaben innerhalb der Hauptstadt Tegucigalpa sind für Fremde völlig unverständlich und lauten in etwa so: „Hinter der Umspannstation und dann ein Stück weiter nebem dem Supermarkt“. Parken in zweiter Reihe auf engen, zweispurigen Geschäftsstrassen ist üblich. Vorfahrtsregeln gibt es auch keine verbindlichen – es funktioniert nach dem Verhandlungsprinzip. Vorfahrt hat in der Regel der mit dem dickeren Gefährt, immer Busse und Laster. Die Hupe ist neben dem Gaspedal das wichtigste Accessoire. Ein weit gehend unverstandenes Zubehör hingegen ist der Blinker. Blinken, ohne abzubiegen und abbiegen, ohne zu blinken ist völlig normal. Auf Schnellstrassen ist es üblich, in unübersichtlichen Kurven zu überholen und den Gegenverkehr wenn nötig durch wildes Hupen auf die Standspur abzudrängen. Systematisches Kurvenschneiden gehört ebenso zum Verkehrsgeschehen wie geparkte Autos oder herumspazierende Kühe und Pferde in unübersichtlichen Kurven. Hübsch anzusehen sind auch die weissen Begrenzungslinien, die den Strassenrand oftmals in wilden Schlangenlinien oder fetzigem Zickzack verschönern. Auto fahren ist daher nichts für Menschen mit schwachem Nervenkostüm. Sollte es doch mal krachen, gibt es immerhin einen Trost: Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen sind völlig unbekannt.

Text: Sandra Weiss

Foto: Achim Pohl

Die Roten und die Blauen

Montag, 30. November 2009

Wahlen in HondurasWährend es im Zentrum von Tegucigalpa an diesem Sonntag ruhig ist - die Regierungsgebäude werden von Soldaten schwer bewacht - sind auf den Straßen der besseren Stadtviertel fröhlich hupende Autokorsos unterwegs mit den blauen Fahnen der Nationalisten und den rot-weiß-roten der Liberalen. Die Liberalen haben auf den Straßen eindeutig die Hoheit, fast erinnert alles an ein gewonnenes Fußballspiel. Auch vor dem Haus ihres Kandidaten Elwin Santos weht ein Meer aus Fahnen, jedes vorbeifahrende Auto wird johlend begrüßt, vereinzelte Autos mit blauen Fahnen werden heftig ausgebuht. Im Garten baut die internationale Presse Fernsehkameras auf für die erwartete Rede von Elwin. Doch als die ersten Hochrechnungen am Bildschirm ein Desaster für die Liberalen ankündigen, machen sich die frustrierten Anhänger rasch aus dem Staub und die Rede am Balkon fällt aus.

Foto+Text: Achim Pohl

“Ein wichtiger Schritt nach vorn”

Montag, 30. November 2009

Ein Interview mit Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga über die Wahlen und die Lage in Honduras.

Vor den Wahlen in HondurasHerr Kardinal, Sie waren bei der Amtseinführung Manuel Zelayas dabei und galten als enger Berater, haben sich dann aber vom Präsidenten distanziert und ihm nach seinem Sturz nahegelegt, er solle nicht zurückkehren. Was ist da vorgefallen?

Eine der grössten Enttäuschungen war für mich,  dass diese Regierung vom Schuldenerlass profitiert hat, für den sich unter anderem die Kirche sehr eingesetzt hat, und so 400 Millionen Dollar jährlich zur Verfügung hatte für soziale Projekte. Zu Beginn gab es auch gute soziale Programme, dann aber wurde leider alles dem Projekt der Wiederwahl untergeordnet. Die internationale Gemeinschaft hat das nicht wahrgenommen.

Wegen dieser Haltung sind Sie mehrfach bedroht worden und stehen unter besonderem Personenschutz. Woher kommen diese Drohungen?

Sie kamen zunächst von Hugo Chavez aus Venezuela. Er hat mich beschimpft und verkündet, ich werde entführt werden. Seither erhalte ich wöchentlich anonyme Drohungen per Telefon, ein Bombenanschlag auf meine Residenz wurde vereitelt. Auch die Mauern der Kathedrale und der ganzen Stadt sind vollgeschmiert mit Parolen des Widerstands gegen mich, zum Beispiel “tötet den Kardinal”. Seither kann ich aus Sicherheitsgründen keine Messen in der Kathedrale mehr lesen.

Hat der Konflikt die Kirche gespalten? Es gab ja beispielsweise einen Pfarrer, der lange bei Zelaya in der brasilianischen Botschaft verschanzt war?

Die Kirche hat zwei Erklärungen abgegeben, die ich verlesen habe und auf einem breiten Konsens basierten. Dieser Pfarrer, von dem Sie sprechen, ist ein verirrtes Schäflein. Er hat von Anfang an den Widerstand mit organisiert. Inzwischen hat er das aber bereut und die Botschaft verlassen.

Welche Rolle wird die Kirche jetzt nach den Wahlen spielen?

Die Wahlen werden das Problem nicht lösen, sie sind aber ein wichtiger Schritt nach vorne. Die Kirche wird sich für die Aussöhnung einsetzen. Wir Honduraner können  unterschiedlich denken, aber deshalb sind wir keine Feinde. Und wichtig ist auch die soziale Gerechtigkeit. Das muss der neuen Regierung klar sein.

Von Sandra Weiss
Foto: Achim Pohl